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07.07.2007
WSOP 2007 Teil 8 - Rentnerpartien und chinesische
Calling-Stations!
von
Michael Keiner
Etwas
verspätet melde ich mich kurz vor Beginn des Main Events wieder von der
WSOP aus
Las Vegas.
Die letzten Tage war ich mit der Moderation eines TV-Magazins rundum
beschäftigt, das in ein paar Wochen auf verschiedenen deutschen Kanälen
wie "D-Max" und "Das Vierte" zu sehen sein wird. Es handelt sich um die
Kombination aus einem Livestyle sowie Pokermagazin und dreht sich um Vegas
und die WSOP. Wir haben jede Menge Topstars aus aller Welt interviewt, das
888 National Team bei seinem Weg durch ein Event begleitet und natürlich
auch die verschiedensten Nightclubs und Pubs wie "Pure", "Tao" oder
"Coyote Ugly" ausgiebig getestet. Die Zeit war zwar etwas stressig, hat
aber auch jede Menge Spaß gebracht.
Beim Pokern habe ich mich intensiv dem Cashgame gewidmet.
Hauptsächlich angetan bin ich nach wie vor von der USD 50/100 Limit 7-Card
Stud Hi/Lo Partie im RIO. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt
ungefähr bei 70 Jahren und die Runde ist unglaublich soft. Das Spiel selbst
ist streckenweise ziemlich langweilig und man muss sich ständig voll
konzentrieren, weil man sich alle "Face up" Karten merken muss, aber auf
Dauer sind so etwa 2 ½ Big Blinds pro Stunde drin.
Mittlerweile hat sich auch eine regelmäßige Potlimit Omaha
Partie mit USD 10/20 Blinds, manchmal auch USD 25/50 Blinds im Wynns
etabliert. Die Runde ist ebenfalls hochinteressant, produziert aber
gewaltige Swings, wie das bei PLO so üblich ist. Insgesamt kann ich mich
aber wirklich nicht beklagen.
Außerdem
wollte ich Euch auch noch von meiner Performance beim USD 10.000 Potlimit
Omaha Turnier berichten. Um das Ganze in einem Wort zusammen zu fassen: Es
war ein einziges Desaster! An meinem Tisch fand ich zu meiner Linken den
beständig raisenden Gus Hansen und rechts von mir saß Patrick Antonius, der
es auch unbedingt wissen wollte. Dies wäre noch ohne Probleme zu verkraften
gewesen, aber mir gegenüber befand sich ein Chinese, der fest davon
überzeugt war, dass Omaha wohl Texas Hold'em mit vier statt zwei Karten sein
müsse. Mit ihm kam es dann auch zur unvermeidlichen Konfrontation, die
meinen Chipstack drastisch reduzierte. Ich raiste Pot preflop mit
Qs-Qd-10d-9s und der Asiate callte mich im Big Blind. Wir beide hatten mit
20.000 Chips ungefähr noch den Anfangsstand. Im Flop kam Jh-Js-10s, ich
hatte also ein Overpaar und den offenen Straight Flush Draw. Nach seinem
Check wette ich wieder Pot und er bezahlt. Der Turn ist eine 8h, jetzt habe
ich die Straight und mache erneut eine potsized Bet, die er mit einigem
Zögern bezahlt. Am River kommt die 3c. Jetzt spielt er plötzlich 3.000 in
den Pot von 12.000. Ich zahle mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch und
traue kaum meinen Augen, als er seine Karten umdreht. Er hat mit Ah-5h-3d-3h
all meine vorhergehenden Wetten bezahlt und am River seinen Zweiouter
getroffen. Er hatte weder einen Flushdraw, noch sonst irgendetwas mit dem
Board zu tun, glaubte aber vermutlich, dass sein Paar Dreier gut sein
müsste.
In dieser Hand hatte ich nun die Hälfte meiner Chips
verloren und musste geduldig warten, bis ich mit einer seriösen Hand zurück
ins Spiel kommen könnte. Aber die wollte sich einfach nicht einstellen. Ich
schaute mir einige Flops an, in denen ich vergeblich nach irgendeiner Art
von Kontakt Ausschau hielt. Schließlich stellte ich zusammen mit Gus Hansen,
Patrick Antomius und wieder dem Chinesen all meine Chips mit einem
Straßendraw und dem König hoch Flushdraw in einen Multiway-Pot. Das Board
pairte sich aber und Patrick Antonius zeigte ein Full House. Hansen und ich
waren draußen und der Chinese hatte seine Chips halbiert.
Morgen am Samstag werde ich schließlich meinen Start im Main
Event haben. Ich hoffe inständig, dass ich Euch dann etwas erfreulichere
News übermitteln kann.
mit freundlicher Erlaubnis von:
ISA-Casinos
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